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Mein Achtsamkeits 1×1 – Meine Erfahrungen mit Meditation und Yoga

Wenn mich jetzt jemand etwas über Yoga und auch Meditation fragt, strahlen meine Augen. Wo soll ich da bloß anfangen? Welchen Vorteil oder welches Pro-Argument sollte ich als erstes nennen? Achtsamkeit in Form von Meditationspraxis und Yoga-Sessions ist erst zu einem Hobby und inzwischen zu einer Art Lebensphilosophie und Ansporn geworden. Ich liebe es!

Im heutigen Blogartikel möchte ich mein Strahlen an dich weiter geben, dir meine Perspektive auf die Dinge zeigen und dich eventuell auch dazu motivieren, es mal auszuprobieren oder vielleicht noch etwas regelmäßiger zu praktizieren. Ich sehe Beides aus keinem religiösen Rahmen sondern mich fasziniert beides in seiner reinen Form. Der Blogartikel geht in erster Linie über meine eigenen Erfahrungen mit Yoga und Meditation und später gehen wir über zu Tipps und Hilfen, wie auch du damit starten kannst. Mir gelang es nicht, nur über eines der beiden Themen zu schreiben, weil für mich beides stark zusammen hängt.  

Wie und wo hat alles angefangen?

Meine ersten Erfahrungen mit östlicher Spiritualität hatte ich wie die meisten mal irgendwo so zwischendrin. Eine geführte Meditation auf YouTube die mir vorgeschlagen wurde und später mal ein Yoga-Video, das auf meiner Startseite landete, waren „the very beginning“. Ich stempelte das was ich da erlebt hatte als „ganz nett“ ab, empfand es aber eher als Zeitvertreib der nicht sein musste. Der Funken war noch lange nicht übergesprungen, genau genommen hat es noch einige Jahre, einen Ex-Freund der täglich meditierte und viele Selbstliebe-Lektionen gebraucht, bis ich verstand, dass Yoga viel weniger eine Sportart als mehr eine Philosophie ist und Meditation erst dann so richtig was bringt, wenn man sie nicht nur für den „Entspannungs-Engpass“ einsetzt. 

Auf meinem Auslandsaufenthalt in Mittel- und Südamerika für zwei Monate hatte ich viel Zeit alleine und wurde damit auch mehr mit Meditation konfrontiert. Ich meditierte damals einfach für mich mit einer selbst gebastelten Gedankenbrücke, für etwa 20 Minuten auf meinem Bett und hatte ein paar sehr spannende spirituelle Erfahrungen in diesem Zusammenhang. Ich bemerkte, dass es mir Ängste nahm, mich zur Ruhe kommen ließ und ich einfach unfassbar viele blöde und unnötige Gedanken hatte. 😄 

Es waren meine ersten Einsichten in: es gibt eine Möglichkeit, nicht die ganze Zeit denken zu müssen. Wir Menschen sind ja fast besessen davon unseren Verstand in jeder einzelnen Sekunde des Tages zu nutzen. Alles zu durchdenken, zu planen, zu reflektieren. Doch den Verstand -nutzen- ist nicht das richtige Wort, unser Verstand nutzt eher uns, denn wenn du schon einmal nachts wach gelegen bist und vor lauter planloser Gedanken nicht einschlafen konntest, dann weißt du wie ich, der Verstand nutz uns! Wir können ihn nicht mal einfach so abschalten, ausknipsen oder ruhig stellen. Denken ist eine Sucht. Wir sind zum Teil absolut besessen davon und leiden in verschiedenem Maße darunter nicht Abstand nehmen zu können. Den einen plagen finanzielle Ängste, während eine Andere all die Selbstzweifel und das schlechte Gewissen nicht wegbekommt. Der Verstand und unsere Denkfähigkeit sind so wunderbare Werkzeuge, doch wir vergessen regelmäßig, zum Teil immer, das Werkzeug wieder in seine Werkzeugkiste zu legen und mal im Hier und Jetzt zu verweilen, ohne Reue über Vergangenes und ohne Sorgen über die Zukunft. 

Diesen 1. Januar 2020 entschloss ich mit meinem Bruder, der bereits mehr Meditation-Erfahrung hatte, eine Challenge ins Leben zu rufen. Ein Jahr lang, jeden einzelnen Tag, für mindestens 10 Minuten meditieren. Jeder hatte drei Joker und wer verlieren würde, muss den anderen ins Restaurant seiner Wahl einladen. 256 Meditation-Sessions später (es ist Mitte November) bin ich ziemlich stolz auf mein Ergebnis und mein Bruder und ich müssen uns wohl beide gegenseitig zum Essen einladen… Diese Challenge hat definitiv mein Leben zu einem gewaltigen Teil positiv verändert. Und nur dadurch, dass ich es so regelmäßig ausübte und ausübe, gelingt es mir jetzt, all die wunderschönen Seiten und Vorteile in meinem Leben selber sehen zu können. 

Was ist mit Yoga?

Yoga kam erst etwas später dazu. Ich brauchte erst die Erkenntnis, Sportarten nicht immer nur aufgrund der oberflächlichen Resultate zu bewerten. Für mich galt damals die Devise: wenn ich davon nicht abnehme und gleichzeitig Muskeln aufbaue, dann ist es kein Sport. Wenn du mir vielleicht schon etwas länger folgst, dann weißt du, dass ich ein richtiges Fitness-Chick war, in einer Welt die nur aus Proteinpulver und Leistungsdruck bestand. Ein Training, das mich nicht zum schwitzen gebracht hatte, war kein Training. Hatte ich keinen Muskelkater am nächsten Tag, war ich enttäuscht von mir selbst. Trainingspläne und Kalorientabellen gaben mir die Sicherheit und die Stabilität, die ich aufgrund meiner eigenen Unsicherheiten und Zweifeln nicht aufbringen konnte. So etwas wie Yoga, Pilates und Co. war für mich kein Sport. Mit ziemlicher Sicherheit hätte mich ein schlechtes Gewissen geplagt, wenn ich mein Krafttraining durch eine Yogasession ausgetauscht hätte. Wo blieb der Druck, der Schweiß, das Muskelbrennen?

Versteh mich nicht falsch, das soll nicht bedeutet, dass Yoga nicht freaky anstrengend sein kann, denn das kann es sehr wohl! Das soll bedeuten, dass ich damals nicht Sport gemacht habe, der Bewegung und des Sportes wegen, sondern schlicht und einfach aufgrund meines Egos, aufgrund der Resultate und wegen meiner oberflächlichen Erwartungen an mich selber.

Vor etwa zwei Jahren wo mein Selbstwert stabiler wurde, ich viel über Selbstliebe und Achtsamkeit gelernt hatte, ja erst dann konnte ich so etwas wie Yoga in einem anderen Licht sehen. Ich schaute den kompletten YouTube Channel von Mady Morrison durch (große Empfehlung an der Stelle) und fühlte mich einfach gut. Die Yoga-Workouts mussten mich nicht immer zum schwitzen bringen. Ich freute mich einfach etwas für mich zu tun und meinen Körper zu aktivieren. Ich tat Yoga um Yoga zu machen. Yoga war mein Lehrer für das einfache Tun. So wie ich jetzt meditiere um zu meditieren, kann ich inzwischen Sport machen um mich einfach zu bewegen, nicht weil ich eine neue Bestleistung oder weniger Bauchspeck von mir erwarte. Yoga war meine Befreiung vom Leistungsdruck entsprechend meiner Figur. Und um das für dich vielleicht trotzdem noch zu betonen, in den letzen zwei Jahren, in denen ich so wenig Sport (im Vergleich zu meiner Fitnesszeit) wie noch nie machte, nahm ich am aller meisten ab! 😉

Sport sollte in erster Linie nicht dein Instrument zum Abnehmen sein, denn dann wird es zum Zwang, zum Grund für schlechtes Gewissen und zu etwas, was dich in dir selbst fett und unsportlich fühlen lässt, wenn du es nicht machst. Sport sollte essentiell sein um deinem Körper das zu geben, was er zum Überleben braucht – Aktivität! Mit Yoga und einer Menge Achtsamkeit aus der Meditation konnte ich das lernen. Seit dem muss ich mich nicht mehr zu Sport zwingen oder mir strenge Pläne schreiben, um motiviert zu sein. Ich mache Yoga, weil ich es möchte und weil es meinen Körper ruft. So ganz intuitiv. Man kann also nicht nur intuitiv essen, sondern auch intuitiv Sport machen. Ziemlich cool oder?

Achtsamkeit x2

Zumeist wird empfohlen sich mit Yoga in Richtung Spiritualität und Achtsamkeit aufzuwärmen. Für viele ist es schwer, wie bei der Meditation einfach nur 10 Minuten oder gar länger da zu sitzen und nichts zu tun, mir ging es auch mal so. Da ist Yoga auf jeden Fall ein guter Anfang, da man ja noch etwas zu tun hat. 😄 Yoga hat viel mit bewusstem Atem zu tun. Atme mal ganz tief ein… und wieder aus. Konntest du dabei an irgendetwas denken? Vermutlich nicht, denn es ist ziemlich schwierig bewusst und tief zu atmen und gleichzeitig verloren in Gedanken zu sein. Yoga ist die Verbindung aus dem Atem und der Bewegung, daher kommt auch das Wort Yoga-Flow, denn v.a. beim Vinyasa-Yoga fließt man so richtig mithilfe seines Atems durch die verschiedenen Abfolgen. Flow in seiner Allgemeingültigkeit bezeichnet laut Definition, das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit, die wie von selbst vor sich geht. Flow lässt sich auf so gut wie alles beziehen und kann auch einen Arbeits-Flow oder z.B. der einen Produktivitäts-Flow bedeuten. Es läuft einfach so richtig. Flow-Zustände sind laut Glücksforschung Zustände die Menschen mit am aller glücklichsten machen. Ein Grund mehr nicht nur bei der Arbeit auf völlige Einigkeit von Konzentration und Tätigkeit zu achten, sondern auch beim Sport. Yoga kann dir hier sehr viel offenbaren. 

Meditation erkenne ich heute als pure Gedanken-Hygiene. Du kannst es dir ein bisschen so vorstellen wie tägliches Zähne putzen. Vergisst du es einmal fühlst du so einen komischen Belag auf Zähnen und Zunge. Es gehört einfach dazu, sich um eine gute Mund-Flora zu kümmern oder? Nicht sonderlich anders ist es bei unseren Gedanken. Sich täglich darum zu kümmern, längst überflüssige Beläge in Form von quälenden Gedanken mal abzuschrubben, immerhin für die Dauer einer Meditation, sollte eigentlich absoluter Standard sein! Wir kümmern uns täglich um Zähne, Körperzustand und Bedürfnisbefriedigung – warum also nicht mal da hin schauen was uns absolut immer, jede einzelne Minute begleitet: unsere Gedanken?!

Meditation ist der tägliche Reminder daran, dass wir unseren Verstand sehr wohl ausschalten können oder es anfangs zumindest trainieren können. Dass wir Gedanken beobachten können, statt uns von ihnen konsumieren zu lassen. Gedanken führen zu Gefühlen und Gefühle zu Taten. Wenn wir also Gewohnheiten, Entscheidungen oder unser Leben nachhaltig beeinflussen wollen, lohnt es sich an den Ursprung zu gehen. Kaum einer weiß was er den lieben langen Tag denkt und was für ein immens hoher Anteil sabotierender und negativer  Gedanken dabei sind. Jemand der regelmäßig meditiert weiß es. Meditation lehrt uns den Unterschied festzustellen, zwischen präsent im Moment sein und der Verlorenheit in Gedanken. Dabei ist es ganz normal, dass es dir am Anfang schwer fällt nicht zu denken. Das ist aber auch garnicht das Ziel. Das Ziel ist es, immer mehr in die Beobachter-Roller zu schlüpfen und das Ruder über deinen Verstand zu erlangen. 

Warum solltest du damit anfangen?

Mir obliegt es nicht Entscheidungen für dich zu treffen, aber lass mir dir nur ein paar der Vorteile von beidem – Meditation und Yoga – nennen: Du lernst was es heißt, nicht zu denken.

> Du erfährst den jetzigen Moment viel klarer und intensiver und was sollte wichtiger sein, als das Einzige was wir wirklich haben?
> Du lernst Dinge zu tun, um sie einfach zu tun. Das einfachste Glück.
> Du wirst dich besser konzentrieren und auf einzelne Aktivitäten fokussieren können. 
> Du weißt was der Kern von purer Achtsamkeit ist.
> Selbstliebe ist erst dann möglich, wenn wir die Macht über unsere Gedanken zurück erlangen.
> Du verlierst weniger Zeit in sinnlosen Vergangenheit- und Zukunftsgedanken.
> Flow-Zustände die du sowohl in der Meditations- als auch in der Yogapraxis üben kannst, machen wissenschaftlich bewiesen extrem zufrieden und glücklich. 
> Du schenkst deinem Geist die Aufmerksamkeit und Erholung die er wirklich verdient.
> Es ist die beste Art wirklich runter zu kommen und ganzheitlich zu entspannen.
> Du lernst gesünder und bewusster zu atmen.
> Du trainierst mit besonders angsteinflößenden oder schwierigen Gedanken umgehen zu können.
> Du erlangst Ruhe über nicht endende Gedankenströme.

Wie fange ich damit an?

Den einfachste Weg führt über die Selbsterfahrung. Starte ganz simpel. 

  1. FOKUS. Entscheide dich erst einmal worauf du deinen Fokus legen möchtest. Spricht dich Meditation mehr an oder wolltest du Yoga schon immer mal ausprobieren? 
  2. ERREICHBARE ZIELE. Setzte dir ein klares Ziel. Dann zu praktizieren, wenn du mal Zeit dafür hast, führt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zu keiner Praxis, stimmt’s? Beginne mit ein paar mal pro Woche und taste dich dann zu deinem optimalen Pensum vor. Bei Meditation kann ich dir aber empfehlen in der Zukunft eine tägliche Praxis anzustreben. Was sind schon 10 Minuten am Tag?
  1. SUCHE DEIN MEDIUM. YouTube Videos, Apps, Online-Kurse oder Bücher – das Internet ist voll von Möglichkeiten! Ich persönlich habe Yoga mit YouTube Videos angefangen und kann mir jetzt langsam meine eigenen Flows aus den verschiedenen Assanas (Abfolgen) zusammen setzten. Ich bin auch ein riesen Fan von Yoga-Kursen. Bei Meditation ist es etwas einfacher, du kannst damit beginnen dir einen Timer zu stellen und mal nur auf deinen tiefen Atem zu achten. Empfehlenswert ist aber auch eine App, die dir erst einmal die Grundlagen zeigt. Ich benutze die zahlungspflichtige, amerikanische App „Waking Up“ von Sam Harris und kann diese sehr empfehlen. Der Markt ist aber voll mit kostenlosen und auch deutschen Variationen!
  2. WISSEN IST MACHT! Versuche die Hintergründe zu verstehen. Einen richtigen Sinn hinter beidem sieht man vor allem dann, wenn man weiß warum. Suche dir Artikel, Blogger oder Instagram Accounts die darüber schreiben. Auf YouTube gibt es auch wahnsinnig viel Content!
  3. MACH ES ZU EINER ROUTINE. Am Anfang wirst du dich für beides überwinden müssen, so wie bei fast allen neuen Routinen. Sich einen Meditation-buddy zu suchen oder dein Vorhaben mit anderen zu teilen kann schon helfen. Vielleicht hast ja auch du eine(n) Schwester / Bruder oder Freundin / Freund mit dem du eine kleine Challenge starten könntest? Wichtig ist, dass du am Ball bleibst, wie auch immer. Mit Handy-Remindern, fest terminierten Slots in deinem Terminkalender oder dadurch, dass deine Mutter dich daran erinnert – die Möglichkeiten sind vielfältig.
  4. EQUIPMENT. Nicht von Nöten, aber hilfreich kann das richtige Setting sein. Das bedeutet, dass du dir irgendwann mal Gedanken über eine Yogamatte oder ein Meditationskissen machen könntest. Mach es dir so schön wie möglich! Vielleicht ist ein Räucherstäbchen beim Meditieren und eine hochwertige Yogamatte das, was dir dabei mehr Freude bereiten kann. Geh es aber erst mal so simpel wie möglich an!

Was denkst du? Hast du selber schon Erfahrungen mit Yoga oder Meditation gemacht? Hängt für dich beides so wie für mich irgendwie etwas zusammen und hast du weitere Tipps zum Starten? Dann schreibe einen Kommentar oder eine Instagram Nachricht über @marieluise.wackenhut. Auf meinem Account findest zu beidem, aber auch zu Achtsamkeit im Allgemeinen eine Menge Input. Ich freue mich mit dir darüber auszutauschen.

Ein achtsamen restlichen Tag wünscht dir,
Marie ❤️

Über mich

Als Ernährungsberaterin mit ganzheitlicher und natürlicher Philosophie ist es mir ein Anliegen, dir auf meiner Seite Inspiration für die pflanzliche Küche, meine liebsten Comfort-food Rezepte aber auch jede Menge Mehrwert zum Mindset Part einer wirklichen Wohlfühl-Ernährung zu geben. Letztere Blogartikel hierzu findest du in den „Lovely Talks“. 
Solltest du dir mehr Unterstützung wünschen oder hast viele offene
Fragen, die du dir nicht selbst beantworten kannst, dann schreibe mir
eine Nachricht unter info.lovelyeating@gmail.com und ich werde mein Bestes geben, dir persönliche und hilfreiche Antworten zu liefern. 
 
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Marie - Luise
Wackenhut