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Bin ich ein emotionaler Esser?

„Hör doch einfach auf zu essen“, „Wie kannst du nur schon wieder an Essen denken?!“, „wie kann man nur so viel essen?“ …

Hast du schon mal solche Sätze gehört? Ich schon, damals… Nicht vorwiegend nur von Anderen sondern vor allem von mir selbst. Damals war ich eingefleischte emotionale Esserin, ehrlich gesagt aber ohne es zu wissen! Früher dachte ich da eher an ständige Heißhungerattacken, die für mich das Problem erklärten und für mich schlicht und ergreifend einfach nur in ‚zu wenig Disziplin‘ mündeten. 

Heißhungerattacken und emotionale Ess-Attacken unterscheiden sich im Wesentlichen! Lass mich dir das mal kurz erklären, um herauszufinden ob du davon betroffen sein könntest:

HEIßHUNGERATTAKEN

Die ganz plötzliche, intensive Lust auf etwas ganz bestimmtes! So MUSS es jetzt z.B. ein Stück Schokolade, eine Tüte Chips oder vielleicht etwas sehr salziges sein. Heißhungerattacken haben zumeist eine kurze Halbwertszeit. Sie gehen so schnell wie sie kommen, wenn du deine Gelüste gerade nicht stillen kannst oder durch etwas interessanteres abgelenkt wirst. Heißhunger kann, erfolgt aber selten aus wirklichem körperlichen Hunger. Oft spüren wir Heißhunger aufgrund von Langeweile – ganz klassisch beim Lernen oder in der Arbeit, wenn gerade nicht so viel zu tun ist. Heißhunger tritt häufig aber auch bei Überforderung auf, wenn sich unser Gehirn bitterlich nach einer Pause, Ablenkung, Prokrastination oder Abwechslung sehnt. Auch Gewohnheiten spielen hierbei eine Rolle. So kennst du vielleicht auch den täglichen „Süß-Hunger“ nach dem Mittag- oder Abendessen.

Warum haben wir Heißhunger? 

Variante 1: Unser Gehirn liebt Glücksgefühle! So gilt bei Überforderung, Unterforderung oder dem gewohnten Heißhunger: Dopamin wäre jetzt genau das richtige! Dopamin wird übrigens schon bei der Vorstellung, jetzt Schokolade zu essen, ausgeschüttet. Die richtige Explosion erfolgt aber sobald der Geschmack unsere Zungenspitze erreicht und sich in unsere Magengrube begibt. Vor allem Zucker hat die Macht, uns in einen regelrechten Dopamin-Rausch zu versetzen. Aber auch sehr salzige oder fettige Mahlzeiten üben einen ähnlichen Effekt auf uns aus. Essen dient bei dieser Variante als zuckersüße oder herzhafte, spontane oder gewohnte Ablenkung. 

Variante 2: Es braucht spezielle Nährstoffe! Erklär mich für verrückt, aber kennst du das, wenn die Essiggurken ganz plötzlich das interessanteste im Kühlschrank werden? Wenn die Heißhungerattacke in Richtung „etwas Frisches“ abdriftet und du jetzt gerne einen Apfel, eine Kiwi oder am liebsten einen Smoothie in der Hand hättest? Heißhungerattacken können auch ein Ruf deines Körpers sein, dir jetzt sofort genau diesen und jenen Nährstoff zuzuführen. Seit ich mich intuitiv ernähre kenne ich Heißhunger fast nur noch als solches, ehrliches und genaues Signal meines Körpers. Heißhunger muss also garnicht immer die Lust auf Ungesundes sein!

Variante 3: Energie- und Nährstoffmangel. Das ist ein Zeichen dafür, dass du deinem Körper vermutlich zu wenig Energie und Nährstoffe zur Verfügung stellst! Bist du auf Diät, im Kaloriendefizit oder verfolgst ein bestimmtes Ernährungskonzept wie Low carb, Low fat etc.? Vielleicht ist das der Grund, warum dein Körper nach hochkalorischen Lebensmitteln oder ganz spezifischen Mahlzeiten schreit!

Wie ist es nun aber mit dem emotionales Essen? Das fühlt sich doch ähnlich bzw. gleich an?

EMOTIONALES ESSEN

Die Filmszenen, in denen wir frisch verlassene Singles rum stochernd in einem riesen Schokoeis-Kübel sehen, während die Tränen nur so fließen, zeigen uns nur ein bisschen was über den Charakter von Frustessen. Klar ist: emotionales Essen ist Essen aus Gefühlen. Zumeist ohne jeglichen körperlichen Hunger. Die meisten emotionaler Esser essen aus negativen Emotionen wie Trauer, Einsamkeit, Stress, Frustration oder Druck. Belohnungs-Essen fällt laut Definition auch darunter, denn wir möchten uns mit dem Essen ja erleichtern.

Warum essen wir emotional?

Schon von Kind auf ist die Nahrungsaufnahme sehr eng mit Emotionen verknüpft. Wir empfinden Wärme, Zuneigung und Trost an der Mutterbrust, bekommen dann irgendwann Schokolade für gute Leistungen und zu Feiertagen geschenkt, gehen bei Feierlichkeiten mit der Familie essen und werden bei Krankheit getröstet mit einer warmen, deftigen Mahlzeit von Oma. In uns besteht also die Verbindung: Gegessen wird nicht nur bei Hunger, sondern auch bei besonders schönen oder besonders schmerzhaften Emotionen. An diesem Punkt wären wir aber alle emotionale Esser! Was also macht einen eigentlichen emotionalen Esser aus?

> Emotionales Essen kommt nicht plötzlich sondern staut sich an! Es fühlt sich an, als würde (endlich) die Blase platzen, die sich über Stunden, Tage oder Wochen hinweg ausgedehnt hat.
> Emotionale Esser denken oft von Mahlzeit zu Mahlzeit und denken allgemein sehr viel über Essen nach.
> Emotionales Essen fühlt sich an wie ein Drang, bei manchen Menschen sogar wie ein Zwang, zu Essen, gegen den man sich auch mit größtem Durchhaltevermögen irgendwann nicht mehr beugen kann.
> Emotionale Esser fühlen sich oft wie ferngesteuert, nicht bei sich, benebelt und fremd. Hier steuert nicht mehr der Verstand, sondern eine viel tiefere Ebene die Gedanken.
> Beim emotionalen Essen wird oft weit über die Sättigung hinaus gegessen, daher kommen auch Begriffe wie „Essanfall, binge-eating, Fressflash, Essdrang“.
> Emotionales Essen erfolgt nicht (nur) aus körperlichem Hunger.
> Emotionales Essen ist mit einem meist enormen Leidensdruck verbunden. Das schlechte Gewissen danach ist selbst-zerstörerisch, zermürbend und mit sehr viel Unverständnis und Hass gezeichnet.
> Emotionale Esser haben meistens den eigentlichen Wunsch ihren Körper zu formen, daher kommt auch das schlechte Gewissen! Die meisten möchten eigentlich abnehmen oder ihr Gewicht halten und befinden sich durch das emotionale Essen in einem ständigen Kampf mit ihren eigenen Idealen.
> Emotionales Essen kann oder wird meist zur Gewohnheit. Hier ist aber keine Gewohnheit gemeint, die man mit ein bisschen mehr Selbstbeherrschung brechen kann (wie oft gemeint wird). Es ist eher wie ein neuronaler Trampelpfad, der gelegt wurde, um als Problem-Löser zu agieren. Eine Verhaltensweise die irgendwann gebraucht wird und aus tiefsitzenden Emotionen entsteht.

Du musst dich selbst fragen: Kommt mir mein Essverhalten unnormal vor? Leide ich unter meinem Essverhalten oder meiner Art mit Hunger oder Sättigung umzugehen? Sind es Heißhungerattacken oder das emotionale Essen oder sogar Beides was ich erlebe? Denke ich an Essen, wenn ich negative Emotionen erlebe? Ist Essen für mich eine Art „Ausweg“?

Ich fordere dich hiermit dazu auf, weniger einen Titel für dein Essverhalten zu finden, als darauf zu achten, wie sehr es dich vielleicht einschränkt. Vor allem ist es wichtig herauszufinden wann und warum du vielleicht aus Emotionen isst oder Heißhungerattacken erlebst?

Überlege: Der Essdrang tritt auf, wenn…

Reflexion und Verständnis ist hier enorm wichtig, um dich nicht weiter dafür zu verurteilen wie und warum du isst!

Was denkst du darüber? Bist du selbst ein emotionaler Esser oder jemand den du kennst? Möchtest du direkt mit mir über deine Situation oder deine Erkenntnis reden, brauchst du Unterstützung auf deinem Weg oder hast Fragen? Dann melde dich gerne direkt unter info.lovelyeating@gmail.com

Ich freu mich von dir zu hören!
Marie ❤️

Über mich

Als Ernährungsberaterin mit ganzheitlicher und natürlicher Philosophie ist es mir ein Anliegen, dir auf meiner Seite Inspiration für die pflanzliche Küche, meine liebsten Comfort-food Rezepte aber auch jede Menge Mehrwert zum Mindset Part einer wirklichen Wohlfühl-Ernährung zu geben. Letztere Blogartikel hierzu findest du in den „Lovely Talks“. 
Solltest du dir mehr Unterstützung wünschen oder hast viele offene
Fragen, die du dir nicht selbst beantworten kannst, dann schreibe mir
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Marie - Luise
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